Rund 15 Prozent ihres Nettoeinkommens legen die Europäer auf die hohe Kante. Damit beläuft 
sich die Sparquote auf das Dreifache der US-amerikanischen. Doch während jenseits des 
Atlantiks laut Boston Consulting Group 56 Prozent der Haushalte am Kapitalmarkt investieren, 
sind es in Europa nur 27 Prozent. Etwa 12 Billionen Euro lassen die Europäer unverzinst oder mit 
Miniverzinsung herumliegen, als Bankeinlagen oder Bargeld.  

Diese Risikoscheu wirkt sich in zwei Richtungen negativ aus: Zum einen könnte der Wohlstand 
mit mehr Engagement in Aktien(-fonds) und Anleihen wesentlich schneller wachsen, denn diese 
bringen – zumindest in der bisherigen Börsenhistorie – langfristig zuverlässig höhere Renditen. 
Damit könnte der Schieflage der Rentensysteme entgegengewirkt werden. Zum anderen 
schwächt die europäische Zurückhaltung die hiesigen Kapitalmärkte und damit die 
Wettbewerbsfähigkeit. Um zu wachsen, müssen sich die Unternehmen statt auf 
Investitionskapital von Anlegern stärker auf Bankkredite stützen. In der Folge wählen boomende 
Start-ups häufig lieber die USA für einen Börsengang als Europa.